verbinder - Ausgabe 40

Familiengeschichten bei binder

Nachdem die kleinen Geschichten große Begeisterung hervorriefen, machen wir in dieser Ausgabe weiter mit den „BINDER FAMILIENGESCHICHTEN“.

von Patrick Heckler und Mathias Burkhardt


Derselbe Nachname, derselbe Arbeitgeber, dieselbe Arbeitsweise? „Nein, nein“, sagt Cordula Motz lachend und ist verblüfft, „wie ruhig, sachlich und strukturiert sie ihre Aufgaben angeht.“ „Sie“, das ist Sina Motz, ihre Tochter. Im Gegensatz zur Mama ist die 22-Jährige erst seit dreieinhalb Jahren bei binder und steht im Sommer dieses Jahres vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau.

Im Bauch dabei

„Dabei war sie doch schon im Bauch bei binder mit dabei“, erinnert sich Cordula Motz an die Zeit, als sie mit Babybauch ins Büro kam: „Das war vor über 22 Jahren, unglaublich, wie die Zeit vergeht. Heute sitzt mir meine Tochter als Kollegin gegenüber.“ Die Betriebsratsvorsitzende arbeitet schon seit über 25 Jahren bei binder – und das in mehreren Funktionen. „Angefangen hat alles mit einem ‚Aushilfsjob‘“, erinnert sie sich: „Damals habe ich Daten gesichert und als dann nach einem Jahr eine Stelle als Sachbearbeiterin im Verkauf frei wurde, musste ich nicht lange überlegen.“ Bei Sina war das dann doch ein bisschen anders.

Gute Idee

Nach dem Realschulabschluss hatten es ihr zunächst die Fremdsprachen angetan. Sie folgte ihrer Leidenschaft und erlangte am Berufskolleg für Fremdsprachen in Stuttgart die Fachhochschulreife. „Dann ging’s erstmal ab ins Ausland zum Work and Travel nach London und als Au-pair nach Barcelona. England war ein riesiges Abenteuer, aber in Spanien habe ich mich bei meiner Gastfamilie nicht wohl gefühlt“, erzählt sie. Auf einmal war das Heimweh da und Sina zog’s auf schnellstem Weg zurück. Doch was nun? Sina Motz: „Es war mitten im Jahr und ich hatte keine Ahnung, wie es weitergehen sollte, da kam meine Mutter plötzlich mit der Idee um die Ecke, dass ich es doch bei binder versuchen solle.“ Gesagt, getan. Sina verdiente fortan ihr Geld in der Produktion. Seitdem gibt’s „Motz mal zwei“ bei binder. Als nach einem Jahr kurzfristig der Ausbildungsplatz zur Industriekauffrau genehmigt wurde, bekam Sina die Zusage. „Ich habe mich natürlich sehr gefreut, dass es geklappt hat“, erzählt die Mama. Zu Hause, in den eigenen vier Wänden, ist binder dadurch natürlich verstärkt Gesprächsthema. „Manchmal müssen wir aufpassen, dass meine Schwester nicht beleidigt ist“, plaudert Sina aus dem „Familiennähkästchen“. Cordula Motz ergänzt: „Ist doch klar, dass wir uns ab und an auch über die neuesten Ereignisse austauschen, das gehört dazu.“

„Ich fühle mich wegen des familiären Betriebsklimas sehr wohl.“

-- Sina Motz

Ausgleich

Dadurch, dass sich auch Sina als Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) für die Belange der Belegschaft einsetzt, entstehen gar nicht so selten Situationen, in denen die beiden das Plaudern aber hintanstellen müssen, da wichtige Themen einer Abstimmung bedürfen. „Manchmal haben wir sowas auch schon bewusst zu Hause besprochen, da wir dort mehr Ruhe haben und vor allem ist es mir manchmal einfach lieber, denn eine Besprechung mit seiner Mutter im Geschäft zu haben, ist dann doch ein bisschen komisch“, erläutert Sina mit einem Schmunzeln. Doch wirklich glücklich sind die beiden mit dieser Lösung nicht. „Wir feilen noch daran, wie wir in Zukunft eine gute Balance finden“, sagt Cordula Motz. Wenn binder auch einen großen Teil des Alltags der beiden einnimmt, ist doch die Arbeit längst nicht alles. „Ich backe total gerne, das ist meine Leidenschaft“, erzählt Sina begeistert und hat dabei einen klaren Favoriten: „Käsekuchen!“ Zudem steht das Fitnessstudio weit oben auf ihrer freizeitlichen To-do-Liste. Auch ihre Mama findet beim Sport einen Ausgleich. Dass die Walking-Gruppe wiederum aus vielen binder Mitarbeitern besteht, zeigt die Verbundenheit zum Unternehmen.

Kurze Wege

Für beide ist binder vor allem eines: ein wirkliches Familienunternehmen. Bei binder kenne man sich noch, sei keine Nummer. Darüber hinaus entstünden Freundschaften über die Arbeit hinaus. „Meine Entscheidung, hier eine Ausbildung zu beginnen, war goldrichtig. Ich fühle mich wegen des familiären Betriebsklimas sehr wohl und fahre morgens gerne in die Rötelstraße“, sagt Sina Motz zufrieden. Im Gegensatz zu früher sind ihre Zukunftsaussichten heute klar, da sie jetzt schon weiß, dass sie nach der Ausbildung in der Finanzbuchhaltung übernommen wird. Sina Motz: „Mir war klar, dass ich bleibe, ich habe sehr darauf gehofft, dass sich eine Möglichkeit ergibt und bin unglaublich glücklich darüber.“ Glücklich ist auch ihre Mama bei binder „immer noch“, wie sie mit einem Lächeln erklärt: „Ich will hier nicht weg. Und wenn, dann mache ich noch einmal etwas ganz anderes.“ Vor allem die Möglichkeit bei binder tatsächlich etwas bewegen und Ideen umsetzen zu können, sei ein großes Plus. „Kurze Wege eben“, bringt es die 48-Jährige auf den Punkt.

Engagement mal zwei

Zu ihrem Engagement als Vorsitzende der JAV kam Sina so ungeplant wie zu ihrer Ausbildung. Sie berichtet: „Das war überhaupt nicht mein Plan. Ich wurde gefragt, als Bedarf bestand und bin inzwischen gut in die Rolle reingewachsen. Ich möchte die Erfahrungen nicht mehr missen.“ Ihre Mama dagegen wollte schon immer „etwas bewegen, etwas verändern.“ „Man darf nicht nur meckern und dann hoffen, dass sich von selbst etwas ändert, sondern man muss sich aktiv für etwas einsetzen“, sagt sie mit Überzeugung. „Die Aufgabe im Betriebsrat passt perfekt zu ihr“, sagt Sina. Ihre Mutter sei immer hilfsbereit und strahle gute Laune aus: „Sie kümmert sich einfach gerne.“ Und was sagt die so Gelobte über ihre Tochter? „Im Gegensatz zu mir wirkt sie sehr gelassen und trotzdem akribisch. Das bewundere ich.

binder hat als Arbeitgeber immer noch die gleichen Werte wie vor 15 Jahren. Wir sind kein Konzern und das merkt man auch.“

-- Elke Penack

Engagement mal vier

Draußen ist es kalt und eisig. Die Laune von Elke Penack und ihrer Tochter Vanessa passt gar nicht zu den aktuellen Wetterverhältnissen. Sie erscheinen gut gelaunt und mit einem Lächeln im Gesicht zum Gesprächstermin mit der verbinder-Redaktion. Elke und Vanessa arbeiten bei binder. Genauso wie Jacqueline und Alexander Baiden, Elkes ältere Tochter und deren Ehemann. Vier Familienmitglieder in der gleichen Firma, das ist eine mehr als außergewöhnliche (Familien-)Konstellation.

Schichtbeginn

Elke Penack ist seit 2002 bei binder. Die 49-Jährige wurde durch eine Freundin auf die Firma aufmerksam und war anfangs im Lager in der Spätschicht im Einsatz. Heute ist die gelernte Schuh- und Lederwarenstepperin in der Medizinabteilung im Werk 3 in der Frühschicht aktiv. Die besondere Situation, dass auch ihre beiden Töchter sowie ihr Schwiegersohn in der gleichen Firma wie sie angestellt sind, findet sie „gar nicht so besonders“. Da alle in einer anderen Abteilung beziehungsweise Linie tätig seien, gebe es eher wenige Berührungspunkte. „Wir unterhalten uns nur selten über die Arbeit. Wenn wir Feierabend haben, möchten wir auch mal abschalten und herunterfahren“, sagt Elke Penack. Die jüngere der beiden Töchter, Vanessa, sieht das ähnlich. „Für uns ist es wichtig, Beruf und Privates zu trennen, das ist gut für die Harmonie zwischen uns“, findet die 25-Jährige, die seit 2013 fest bei binder „schafft“. Ihre Tätigkeit in der Sensor-Schirmlinie beschreibt sie als „herausfordernd“. Zusammen mit sieben weiteren Kolleginnen sei das aber kein Problem. „Wir verstehen uns alle gut und jede hilft der anderen“, freut sie sich über die gute Arbeitsatmosphäre am Arbeitsplatz.

Vertrauen

Elkes ältere Tochter Jacqueline Baidin (30) ist seit 2010 bei binder und arbeitet in der Sensor-Handfertigung. Momentan befindet sie sich in Elternzeit und kümmert sich um Töchterchen Zoey-Joeleen. Deren Papa Alexander Baidin (30) tritt täglich den Weg in die Spritzerei (Werk 1) an. „Kennengelernt haben sich Jacqueline und Alex aber nicht bei binder, sie waren schon vorher zusammen“, sagt Elke Penack. Auf die Idee, zu binder zu gehen, sind Jacqueline und Vanessa durch ihre Mutter Elke gekommen. Diese hatte von Anfang an keine Zweifel daran, dass sich ihre Töchter hier gut zurechtfinden werden. „Man möchte natürlich nicht, dass die eigenen Kinder schlampig arbeiten und man selbst dann auch schlecht dasteht. Die beiden haben das Vertrauen in jedem Fall zurückgezahlt“, befindet die Untereisesheimerin ganz stolz.

Werte

Elke hat die enorme Entwicklung von und bei binder in den vergangenen 15 Jahren miterlebt. Was hat sich in dieser Zeit verändert? „Früher kannte jeder jeden, heute ist das bei über 700 Mitarbeitern schon etwas schwieriger“, stellt sie fest. „Aber“, entgegnet sie, „binder hat als Arbeitgeber immer noch die gleichen Werte, wir sind kein Konzern und das merkt man auch.“ So schätzt sie es, dass Mitarbeiteraktionen wie das Sommerfest oder die Weihnachtsbaumaktion regelmäßig stattfinden. „binder nimmt Rücksicht auf die Mitarbeiter“, findet auch Vanessa. „Es ist ein Geben und Nehmen, wir fühlen uns wohl hier.“

Feierabend

In ihrer Freizeit trifft sich Vanessa oft mit Freunden, außerdem verbringt sie ihre Zeit sehr gerne mit Tieren. „Früher hatten wir daheim unter anderem einen Hund, einen Hasen und ein Meerschweinchen“, erinnert sich auch Elke. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter, beide Sternzeichen Zwilling, ist prima. Ob sie auch ein gemeinsames Hobby haben? Elke und Vanessa schauen sich an, einen Moment lang scheint die Zeit still zu stehen, dann antworten sie synchron „Shoppen“ und lachen. Elke genießt außerdem die Zeit mit der kleinen Zoey-Joeleen, die Zweijährige ist Omas ganzer Stolz. Und wer weiß, vielleicht wird auch sie in Zukunft einmal beim Familienunternehmen binder arbeiten.

binder – ein Familienunternehmen.